Meine anfängliche Skepsis wurde schnell überwunden.

Holger, 66 Jahre, Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen, Marburg

Warum haben Sie sich für einen Freiwilligendienst entschieden?

Holger: Ich habe den Bundesfreiwilligendienst 27+ als Rentner mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 21 Stunden angefangen. Da ich in meinem Beruf verantwortlich war für junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr wurde mein Interesse frühzeitig geweckt, später nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben eine solche Tätigkeit auszuüben, zumal es jetzt den Bundesfreiwilligendienst für Erwachsene gibt. Ich wollte auch nicht abrupt in Rente gehen und noch etwas Sinnvolles tun. Ich hatte mich bei dem evangelischen Freiwilligendienst in Kassel beworben und bekam die Stelle in der Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose (TAS) in Marburg angeboten. Am Anfang hatte ich etwas Skepsis, da ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Das sollte sich doch schnell ändern und ich war froh, dass ich die Entscheidung für die TAS getroffen hatte.

Was sind Ihre alltäglichen Aufgaben?

Holger: Zu dem Aufgabengebiet in der TAS gehören: Interesse am Kontakt mit den Besuchern, Gespräche mit Menschen und ihnen zuhören. Außerdem hauswirtschaftliche Tätigkeiten, wie Vor- und Zubereitung von Mahlzeiten, Essensausgabe, Reinigungsarbeiten, Wäschepflege, Zusammenstellung von Duschkörben, Kleiderausgabe in Notfällen, Einkauf von Lebensmitteln.

Worin sehen Sie ihren persönlichen Gewinn aus dieser Zeit?

Holger: Meine anfängliche Skepsis wurde schnell überwunden. Zu unseren Besuchern habe ich eine sehr innige Beziehung aufgebaut, die ich nicht missen möchte. Es sind echte Freundschaften entstanden. Das schönste war nach Ende der Öffnungszeit der Satz: „Holger, bist du morgen auch wieder da“ oder „Wann kommst du wieder, wir freuen uns, wenn du da bist“.